Endokrine Pankreastumore

Endokrine Pankreastumore sind selten, benötigen aber eine systematische und interdisziplinäre Behandlung unter Beteiligung von Chirurgen, Endokrinologen, Nuklearmedizinern, Gastroenterologen und Onkologen. An der Universitätsklinik Köln steht ihnen ein Hand-in-Hand arbeitendes Expertenteam aus verschiedenen Fachdisziplinen bei Behandlung von endokrinen Tumoren der Bauchspeicheldrüse zur Verfügung.

Ca. 50% aller endokrinen Pankreastumore produzieren letztlich Hormone. Dazu gehören in erster Linie Gastrin (Gastrinome) und Insulin (Insulinome), sowie weitere sehr seltene Hormone (Glukagon, VIP, Serotonin). Die Hormon-produzierenden Tumore sind nicht selten symptomatisch, was letztlich zu ihrer diagnostischen Abklärung führt, wohingegen die Hormon-inaktiven Tumore meist als Zufallsdiagnose auffallen.

Endokrine Pankreastumore weisen ein höchst variables biologisches Verhalten auf. Gastrinome sind in der Regel bösartig, während Insulinome seltener metastasieren. Letztlich bedürfen alle endokrinen Pankreastumore einer Therapie nach onkologischen Gesichtspunkten, da ihr individuelles biologisches Verhalten nur schwer voraussagbar ist.

Symptome

Hormon-inaktive endokrine Tumore des Pankreas verursachen nur selten Symptome und werden im Rahmen der Abklärung anderer Erkrankungen zufällig diagnostiziert. Hormon-aktive Tumore machen sich durch die Wirkung der von ihnen ausgeschütteten Hormone bemerkbar.

  • Insulinome: Niedriger Blutzucker (Kollapsneigung)
  • Gastrinome: Ulkuskrankheit, Durchfälle
  • Glukagonome: Diabetes mellitus, Hautausschläge
  • VIPOME: Hypokaliämien, Wässrige Durchfällige
  • Karzinoide: Flush-Symptomatik
Diagnostik

Neben dem direkten Nachweis der erhöhten Serumhormonspiegel durch eine einfache Blutentnahme kommen noch weitere Verfahren zum Einsatz.

  • Insulinome: Hungerversuche mit Blutzuckermessung
  • Gastrinome: Messung des pH-Wertes im Magen
  • Karzinoide: Nachweis von 5-Hydroxyindolessigsäure im Urin

Als bildgebende Verfahren verwenden wir neben der konventionellen Computertomographie und er PET-Computertomographie die sogenannte DotaTATE-PET-Computertomographie. Hierbei machen wir uns die Eigenschaft dieser Art von Tumoren Sandostatin-Rezeptoren zu exprimieren zu Nutzen. Die Patienten erhalten hierzu ein schwach strahlendes Sandostatin-ähnlichen Stoff (DotaTATE) über die Vene verabreicht. Dieser Stoff bindet an die von den Tumorzellen auf Ihrter Zelloberflächliche exprimierten Sandostatin-Rezeptoren. Mit Hilfe einer speziellen Computertomographie können so neben der lokalen Tumorerkrankung auch Metastasen im ganzen Körper detektiert werden.

Therapie

Wir stellen Ihnen die modernsten Therapieverfahren an der Uniklinik Köln zur Verfügung. Die Behandlung eines endokrinen Pankreastumors besteht in erster Linie aus dessen chirurgischer Entfernung.

Operationsverfahren

Unsere Klinik führt diese Eingriffe wenn möglich immer minimal-invasiv mit der Schlüssellochtechnik durch. Wir haben eine ausgewiesene und erkannte Expertise für diese Operationstechnik. Sie bietet dem Patienten viele Vorteile. Neben nur kleinen und kaum sichtbaren Narben, beklagen die Patienten postoperativ deutlich weniger Schmerzen als beim offenen Vorgehen über einen Bauchschnitt. Die Patienten sind postoperativ deutlich schneller fit und können das Krankenhaus in der Regel nach wenigen Tagen wieder verlassen.

  • Pankreasschwanzresektion: Liegt der Tumor im Pankreasschwanz führen wir eine milzerhaltende Pankreasschwanzresektion in minimalinvasiver Technik durch.
  • Pankreassegmentresektion: Liegt der Tumor mittig im Pankreas (Pankreaskorpus) führen wir eine Pankreassegmentresektion durch.
  • Pankreaskopfresektion nach Traverso-Longmire: Liegt der Tumor im Pankreaskopf ist eine Operation unter Entfernung des Pankreaskopfes und des untrennbar anhängenden Zwölffingerdarmes notwendig.

Therapien im fortgeschrittenen Tumorstadium

Liegt ein fortgeschrittenes Tumorstadium vor, verfügen wir über die modernsten Therapieverfahren, mit denen wir Ihre Erkrankung effektiv behandeln können. Neben medikamentösen und chemotherapeutischen Therapieverfahren steht in der Nuklearmedizin die DotaTATE-Therapie zur Verfügung. Hierbei wird das zuvor bei der Diagnosestellung vorgestellte Verfahren in abgewandelter Form als Therapie zur Zerstörung der Tumorzellen verwendet. Durch eine geringe Veränderung des Stoffes, indem das schwach strahlende Gallium-68 gegen das therapeutisch strahlende Lutetium-177 ausgetauscht wird, machen wir uns erneut die Sandostatin-Rezeptor-Expression der Tumorzellen zu Nutzen. Diese Therapie ist hochspezifisch und weitgehend nebenwirkungsfrei. Auch operative Entfernungen von Lokalrezidiven und Fernmetastasen (insbesondere der Leber) sind häufig sinnvoll und steigern die Lebensqualität und Lebenserwartung unserer Patienten.

Unter Verwendung aller modernsten Therapieverfahren, die interdisziplinär eingesetzt werden, können wir unseren Patienten mit endokrinen Pankreastumoren eine Spitzenversorgung auf höchstem Niveau bieten. Dies ermöglicht uns hohe Heilungsraten und eine gute Lebensqualität für einen Großteil unserer Patienten zu erreichen. Patienten mit fortgeschrittenen Tumorleiden erhalten modernste Therapieverfahren um Ihre Erkrankung bestmöglichst zu behandeln.

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