Achalasie

Bei der Achalasie kommt es zu einer unvollständigen Entspannung des unteren Schließmuskels der Speiseröhre und einer Beweglichkeitsstörung der Speiseröhre. Folge sind Fremdkörpergefühl im Rachen, Verschlucken und Schluckstörungen. Die Optionen zur Behandlung der Achalasie sind vielfältig. Neben der endoskopischen Ballondilation und der endoskopischen Injektionen von Botulinumtoxin, stehen auch operative Verfahren wie die perorale endoskopische Myotomie (POEM) und die laparoskopische Myotomie nach Heller zur Verfügung. Durch die differenzierte Therapie sind Entfernungen der Speiseröhre (Ösophagektomie) nur in seltenen Fällen nötig und nur dann, wenn weitere Komplikationen hinzukommen.

Die endoskopische Ballondilatation wird als ambulanter Eingriff durchgeführt. Hierbei wird während einer Spiegelung des Magens ein Ballon eingeführt, der auf Höhe des sich nicht entspannenden unteren Schließmuskels der Speiseröhre aufgepumpt wird und dadurch zu einer Dehnung des unteren Schließmuskels führt.

Die laparoskopische Myotomie nach Heller ist ein minimal invasives Operationsverfahren („Schlüssellochtechnik“), indem die Muskulatur des unteren Schließmuskels der Speiseröhre mit kurzer Erweiterung zur Speiseröhre und zum Magen durchtrennt wird. Dadurch kann der Schluckakt mithilfe der Schwerkraft wieder besser durchgeführt werden. Um einen vermehrten Reflux durch Hochlaufen der Magensäure zu verhindern, wird eine vordere Hemifundoplicatio (nach Dor) durchgeführt.
Es besteht ebenso die Möglichkeit diese Durchtrennung des Muskels im Rahmen einer Endoskopie durchzuführen. Dies stellt damit vom Zugangsweg her einen weniger invasiven Eingriff dar. Hierzu ist jedoch ebenso eine Vollnarkose erforderlich und die Risiken der Operation sind ähnlich wie beim laparoskopischen Verfahren.

Botox oder Botulinumtoxin wird direkt endoskopisch in den Muskel gespritzt, um eine Lähmung des Muskels zu erreichen. Auch aus anderen Bereichen der Medizin wissen wir, dass das Verfahren sehr sicher ist.  Allerdings hält die Wirkungen im Regelfall nicht länger als 6 Monate an und dann eine erneute Injektion notwendig wird.  

Prof. Dr. Jessica Leers

Prof. Dr. Jessica Leers

Chirurgische Leiterin Funktionelle Speiseröhrenerkrankungen

Leiterin der Reflux- und Schluckbeschwerden-Sprechstunde

Mittwoch 13:00 - 16:00 Uhr

Gebäude 8a, Ebene 0, Raum 120/121

Telefon
+49 221 478-6243 (Anmeldung Marlies Janson)

Informationen für Patienten

Was erwartet Sie im Gastrointestinalen Funktionslabor der Uniklinik Köln?

Als Patient oder Patientin können Sie über Ihren Arzt oder auch direkt einen Termin für unsere Spezialsprechstunde vereinbaren. Hierzu benötigen Sie eine Überweisung Ihres Arztes. Idealerweise bringen Sie Ihre Vorbefunde, eine Übersicht Ihrer Vorerkrankungen und ggf. Operationen sowie eine Medikamentenliste zum Termin mit. Wenn Ihnen das möglich ist, bringen Sie den ausgefüllten Fragebogen mit zum Termin.

Es werden dann die weiteren notwendigen Untersuchungen besprochen und Termine für die ambulante Durchführung vereinbart. Nachdem wir Ihre Befunde auswerten konnten, werden wir in einem zweiten Sprechstundentermin Therapiemöglichkeiten mit Ihnen erörtern und ggf. eine operative Behandlung festlegen. Hierzu benötigen Sie dann eine Einweisung Ihres Arztes.

Nach dem Eingriff werden wir in Absprache mit Ihrem Arzt die OP-Nachsorge koordinieren.

Behandlungsablauf

  • Erstvorstellung des Patienten in der Spezialsprechstunde
  • 2 Tage: Ambulante Durchführung der Diagnostik
  • Evaluation der Befunde
  • Abschließendes Gespräch in Spezialsprechstunde zur Festlegung der Therapie
  • ggf. operative Planung
  • Stationäre Aufnahme zur Operation
  • Ambulante Nachsorge in Spezialsprechstunde

Selbsthilfegruppe "Achalasie-Selbsthilfe e.V."

Ziel der Selbsthilfegruppe ist die Möglichkeit für Betroffene, mit anderen Erkrankten in persönlichen Kontakt zu treten, um eigene Erfahrungen auszutauschen. Kleine Tipps von anderen können einem selbst möglicherweise im täglichen Leben helfen, mit den Unannehmlichkeiten der Erkrankung besser zurecht zu kommen. In der gesamten Selbsthilfegruppe haben sich ca. 820  Betroffene aus der ganzen Welt gemeldet. Die meisten kommen aus Deutschland, Österreich, Niederlande und der Schweiz. Aber es sind auch Betroffene aus Polen, Kroatien, Italien, Spanien, Frankreich, Türkei, Belgien, Luxemburg, Großbritannien, Mexiko, USA und Neuseeland dabei.

Weitere Informationen unter www.achalasie-selbsthilfe.de

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