Peritonealkarzinose – Diagnose Bauchfellkrebs

Der Begriff Peritonealkarzinose (Bauchfellkrebs) bezeichnet die Ausbreitung eines bösartigen Tumors im Bauchfell (Peritoneum) und in der freien Bauchhöhle. Vor einigen Jahren galt dies noch als eine Erkrankung, die chirurgisch nicht behandelbar sei.

Dr.--Roger-Wahba

Dr. Roger Wahba, FEBS

Chirurgischer Leiter der Zytoreduktiven Chirurgie und HIPEC

Leiter der Peritonealkarzinose-Sprechstunde (Bauchfellkrebs)

Mittwochs 09:30 - 12:00 Uhr
Gebäude 8a, Ebene 0, Chirurgische Poliklinik, Raum 120/121

Anmeldung: Andrea Welgen
Telefon +49 221 478-4824

Im Laufe der letzten Jahre haben aber Daten aus wissenschaftlichen Studien gezeigt, dass Patienten mit dieser Erkrankung durch eine Operation mit Entfernung des Bauchfells (Peritonektomie) in Kombination mit der HIPEC (hypertherme intraperitoneale Chemoperfusion) behandelbar sind und davon profitieren können. Ergänzt man diese Operation im weiteren Verlauf mit einer systemischen Chemotherapie im Sinne einer multimodalen Therapie entsteht für Patienten mit dieser Erkrankung ein individuelles Behandlungskonzept. Die enge Zusammenarbeit zwischen hochspezialisierter Chirurgie und Onkologie ist dabei eine besondere Stärke an der Uniklinik Köln – zum Vorteil der Patienten. Die Peritonealkarzinose kann durch verschiedene Erkrankungen bedingt sein: Kolorektales Karzinom (Dickdarmkrebs, Mastdarmkrebs), Magenkarzinom (Magenkrebs) , Appendixkarzinom oder Mucinöser Appendixtumor (bösartiger Tumor des Blinddarms), Pseudomyxoma Peritonei (bösartiger schleimbildender Tumor des Bauchfells). Bei all diesen Erkrankungen kann die Zytoreduktive Chirurgie & HIPEC eine Therapiemöglichkeit für den Patienten bieten.

Der kurze Weg für Patienten

Wird die Diagnose Peritonealkarzinose gestellt, ist für den Patienten das wichtigste, schnell qualifizierte Hilfe zu bekommen. Wir bieten den Patienten einen kurzfristigen Termin in unserer Spezialsprechstunde Peritonealkarzinose mit erfahrenen Ansprechpartnern an. Alle notwendigen Untersuchungen organisieren wir über diese Sprechstunde und sie erfolgen direkt an der Uniklinik Köln. So können auch mögliche Spezialuntersuchungen zeitnah durchgeführt werden. Sind alle Befunde zusammengetragen wird im interdisziplinären Tumorboard beraten. Dies ist eine Konferenz, in der Spezialisten aus allen medizinischen Fachabteilungen, die sich mit der Krebsbehandlung befassen, zusammenkommen. So kann dann das beste Therapiekonzept für den einzelnen Patienten erarbeitet werden. Ist die Zytoreduktive Chirurgie & HIPEC die beste Behandlungsmöglichkeit für den Patienten, erfolgt die Vorbereitung zur Operation in der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Tumorchirurgie.

Aufbau im OP-Saal nach durchgeführter Zytoreduktiver Chirurgie während der HIPEC.

Zytoreduktive Chirurgie

Ziel der Operation bei der Behandlung der Peritonealkarzinose ist es, die im Bauch verstreuten Krebszellen zu entfernen. Daher wird dies auch als „Zytoreduktive Chirurgie“ bezeichnet. Da für den Tumor in der Bauchhöhle keine direkten Barrieren gegen die Ausbreitung bestehen und die natürliche Grenze nur das Bauchfell ist, kann er sich dort überall ausbreiten. Die Operation, die zum Erreichen einer vollständigen Zytoreduktion (komplette Tumorentfernung - Completeness of Cytoreduction) nötig ist, kann daher sehr ausgedehnt sein und mehrere Stunden in Anspruch nehmen. In Kombination wird oft das Peritoneum (Peritonektomie), das große Netz (Omentektomie) sowie die Anteile der befallenen Organe im Bauch entfernt. Häufig befallene Organe sind der Dickdarm, der Mastdarm, die Milz oder der Magen. In manchen Fällen ist auch eine Teilentfernung mehrerer Organe nötig (multiviszerale Resektion). Im Gegensatz zur klassischen Viszeralchirurgie, bei der ein direkter Zugang in die Bauchhöhle gewählt wird, wird bei der „Zytoreduktiven Chirurgie“ zunächst von extraperitoneal (außerhalb der Bauchhöhle) operiert, um das Bauchfell in seiner Gesamtheit gut zugänglich entfernen zu können. Im weiteren Verlauf erfolgt dann der Einstieg in die Bauchhöhle zur weiteren Resektion der durch die Peritonealkarzinose befallenen Strukturen.

Intraoperatives Protokoll zum Ablauf der HIPEC

HIPEC-Register der DGAV

Um die Qualität der eigenen Arbeit beurteilen und wissenschaftlich fundiert auswerten zu können, ist die Grundlage eine vollständige Dokumentation. Wir nutzen daher für durchgeführte Eingriffe bei Peritonealkarzinose das HIPEC-Register der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV). Hier werden die relevanten Daten des Behandlungsablaufs streng anonymisiert dokumentiert. Dies dient der permanenten Verbesserung und Weiterentwickelung im Behandlungsablauf bei Peritonealkarzinose.

Nach der Operation

Nach der Operation werden die Patienten bis zu ihrer Genesung auf der Station 18.2 behandelt. Währen des Aufenthalts erfolgt die Einleitung einer Rehabilitationsbehandlung, eine Ernährungsberatung sowie ein psycho-onkologische Beratung. Intensive Krankengymnastik vervollständigt die Behandlung. Die Uniklinik Köln bietet zusätzlich einen speziellen Service an, der den Übergang vom stationären Aufenthalt zur ambulanten Weiterbetreuung so leicht wie möglich gestaltet. Nach erneuter Besprechung im Tumorboard wird die weitere individuelle Behandlung festgelegt.

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