Weichteilsarkome

Sarkome sind bösartige Knochen- und Weichteiltumore. Sie entstehen aus Knochen-, Knorpel-, Fett- Muskel- und Bindegewebe. Weichteilsarkome sind sehr selten und stellen nur ca. 1% aller Weichteiltumore und 1% aller Krebserkrankungen des Menschen dar. Während die überwiegende Mehrheit aller Weichteiltumore des oberflächlichen Stammes und der Extremitäten gutartig sind (Lipome, Fibrome, Hämangiome) handelt es sich bei Weichteiltumoren des Bauchraumes in aller Regel um Sarkome. Abdominelle Sarkome erreichen in der Regel enorme Ausmaße, da sie meist langsam an Größe zunehmen und keine, oder erst bei erheblicher Größe Symptome verursachen.

Priv.-Doz. Dr. Markus Ghadimi

Priv.-Doz. Dr. Markus Ghadimi

Chirurgischer Leiter Weichteilsarkome

Leiter der Weichteilsarkom-Sprechstunde

Montag - Freitag 13:00 - 15:00 Uhr

Gebäude 8a, Ebene 0, Raum 160

Anmeldung: Andrea Welgen
Telefon

Ihre Seltenheit und der Umstand, dass es über 100 pathologisch definierte Unterarten gibt, erfordert von der Erstdiagnosestellung an eine Behandlung durch hochspezialisierte Expertenteams, welche aus Chirurgen, Onkologen, Radiologen, Strahlentherapeuten, Pathologen und Orthopäden bestehen.

Die häufigsten pathologischen Arten abdomineller / retroperitonealer Sarkome sind vom Fettgewebe stammende Liposarkome (50%), von den Gefäßen stammende Leiomyosarkome (25%), den Nervenscheiden stammende Maligne periphere Nervenscheidentumore (MPNST‘s) (10%) und Gastrointestinale Stromatumore (GIST’s).

An der Uniklinik Köln verfügt jede beteiligte Fachdisziplin über ausgewiesene Experten für die Behandlung von Weichteilsarkomen. Es findet wöchentlich eine spezielle interdisziplinäre Konferenz statt, in der für jeden einzelnen Patienten individuelle Therapiepläne festgelegt werden (Sarkom-Board). Der Diagnostik kommt bei der Wahl des besten Behandlungsplans zentrale Bedeutung zu. Mit dem Institut für Pathologie der Uniklinik Köln verfügen wir über ein europäisches Referenzzentrum für die pathologische Subtypisierung von Weichteilsarkomen. Unser Institut für Radiologie verfügt über die neueste Generation von Computertomographen und Magnetresonanztomographen, was die bildgebende Beschreibung von Sarkomen enorm weiterentwickelt hat.

Die einzige Therapie mit Heilungsaussichten stellt weiterhin die chirurgische Entfernung des Tumors dar. Insbesondere die chirurgische Resektion abdomineller Sarkome erfordert aber besondere Erfahrung des Operateurs. In unserer Klinik werden alle Sarkome ausschließlich durch erfahrene Sarkomchirurgen durchgeführt.

Sarkom-Experten ihrer jeweiligen Fachdisziplinen haben sich bei uns beispielhaft vernetzt, um Ihnen die nach dem aktuellen Stand der Medizin beste Behandlung anbieten zu können.

Chirurgische Behandlung abdomineller und retroperitonealer Sarkome

Sarkome des Bauchraumes bzw. des Retroperitoneums erfordern nicht selten ausgedehnte operative Eingriffe, bei denen im Rahmen sogenannter Kompartmentresektionen der rechts oder links neben der Wirbelsäule liegende retroperitoneale Raum komplett oder teilweise mit den betroffenen Organen operativ reseziert wird. Dies kann je nach Lage und Ausdehnung des Tumors auch die Entfernung von Darmanteilen, einer Niere, der Milz und eines Teils der Bauchspeicheldrüse erfordern.

Multimodale Therapieplanung

In Abhängigkeit von Lage, Größe des Tumors, histologischen Subtyps und insbesondere der Lagebeziehung zu wichtigen Organen und Gefäßen planen wir eine Strahlen- oder Strahlen-Chemotherapie vor der operativen Tumorresektion, um die Chance einer Komplettentfernung des Tumors zu erhöhen und das Risiko einer Rezidivtumorerkrankung im weiteren Verlauf zu senken. Alternativ kann die Entscheidung für eine adjuvante Strahlen- oder Strahlenchemotherapie folgen. Hierbei  folgt nach der Operation eine Strahlen- bzw. Strahlen-Chemotherapie. 

Als onkologisches Spitzenzentrum entwickeln wir neue Therapien durch klinische Studien

Wir bieten neben aktuellen, leitliniengerechten Therapien auch die Behandlung qualifizierter Patienten innerhalb diverser internationaler Phase-III-Therapiestudien für unterschiedliche Weichteilsarkomtypen an.

Klinische Therapiestudien zu Weichteilsarkomen

Wir sind an der europaweiten multizentrischen STRASS-Studie (EORTC 62092-22092) beteiligtes Studienzentrum. Hierbei werden Patienten in 2 Therapiegruppen randomisiert. Die eine Gruppe erhält vor der geplanten Operation eine Bestrahlungstherapie des Tumors, die andere Gruppe wird ausschließlich operiert. Diese soll zur Klärung der Wertigkeit der neoadjuvanten Strahlentherapie bei retroperitonealen Weichteilsarkomen beitragen.

Patienten mit fortgeschrittenen oder metastasierten Gastrointestinalen Stromatumoren wird bei Erfüllung der Studienkriterien neben den leitliniengerechten Standardtherapien auch die Einschleusung in 2 unterschiedliche Phase-III-Therapiestudien (AB Science ABO11002 und AB Science ABO4030) angeboten.

Somit können wir Ihnen als eines von nur wenigen europäischen Zentren neben den bekannten Standardtherapien hochmoderne Therapiekonzepte im Rahmen von überwachten Therapiestudien anbieten und somit einen Beitrag zur Verbesserung der aktuellen und zukünftigen Behandlungsmöglichkeiten von Weichteilsarkomen leisten.

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